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MAITE
OSWALD

Welche gestalterischen Strategien ermöglichen eine glaubwürdige Fiktionalisierung realer Lebensdokumente im Kontext filmischer Requisite?

Meine Tante Ida – Fragmente einer Biografie anhand von grafischen Filmrequisiten ist im Bereich der grafischen Filmrequisite verortet. Im Zentrum steht die Rekonstruktion des Lebens meiner verstorbenen Tante Ida, einer jungen Frau in den 1970er Jahre, die Anfang der 80er bei einem Autounfall ums Leben kam. Grundlage des Projekts sind ihre überlieferten Tagebücher, ergänzt durch Archivmaterial, Zeitzeugengespräche und gestalterische Recherche.
Auf dieser Basis entstanden Requisiten wie Idas Führerschein, ein Reisealtar mit versteckter Notiz oder das Parfüm, das ihre Tante Ottilie ihr einst aus den USA mitbrachte. Um diesen Objekten einen filmischen Kontext zu geben, wurden begleitende Drehbuchszenen verfasst. Sie gewähren Einblicke in Idas Innenwelt: Zerrissen zwischen strenger christlicher Erziehung und dem Wunsch nach Selbstbestimmung.

„Meine Tante Ida“ bewegt sich zwischen Realität und Fiktion, Erinnerung und Erfindung. Die Arbeit versteht sich als visuelle Erzählung und als Reflexion darüber, wie sehr Biografien durch Lücken geprägt sind und wie Gestaltung helfen kann, diese erzählerisch zu füllen.