ANNA
ESCH

Wie kann ein Alltagsgegenstand durch Gestaltung über seine reine Funktion hinaus zu einem bewussten Teil der Raumgestaltung werden – mit ästhetischem und emotionalem Mehrwert?
„Zwischen Gebrauch und Gestaltung: Alltagsobjekte als dekorative Intervention im Wohnraum“ ist ein Projekt, das einen gewöhnlichen Alltagsgegenstand neu denkt: den (Glas-)Untersetzer. Statt wie üblich unscheinbar in Schubladen zu verschwinden oder lose auf dem Tisch zu liegen, wird er hier zum sichtbaren Teil der Raumgestaltung – funktional im Einsatz, aber auch im passiven Zustand bewusst inszeniert. Die Idee basiert auf der Beobachtung, dass viele nützliche Alltagsobjekte in ihrer Nichtbenutzung oft deplatziert oder gestalterisch vernachlässigt wirken. Dieses Projekt setzt genau dort an: Es verwandelt einen rein funktionalen Gegenstand in ein modulares Designobjekt, das sich ästhetisch in unterschiedliche Wohnbereiche und Wohnsituationen integrieren lässt – vom Wohnzimmertisch bis zum Familien-Esstisch.
Inspiriert von der japanischen Ikebana-Kunst – der kunstvollen Anordnung von Blumen – erinnert das Objekt in seiner Formsprache an einen abstrahierten Blumenstrauß: Abnehmbare „Blüten“ in zwei Größen dienen als Untersetzer. Gehalten werden sie von schlanken Streben, die durch eine stabile Basis geführt sind. Diese bietet zugleich Stauraum für kleine Alltagsgegenstände wie Zahnstocher oder Servietten. Das Arrangement bleibt modular, wandelbar und bewusst sichtbar – auch wenn es gerade nicht genutzt wird.
Farb- und Materialwahl folgen dem Anspruch an Alltagstauglichkeit, Langlebigkeit und emotionale Wirkung. Verwendet wird ein ausgewogener Mix aus traditionellen und innovativen Werkstoffen.
Das Projekt ist als Auftakt einer Serie gedacht, die weitere Alltagsobjekte neu interpretiert – mit funktionalem Nutzen und gestalterischem Anspruch.
CGO
Illustration